Was ist eigentlich ein Privileg?

Veröffentlicht am 24. Januar 2026 um 08:05

Privilegien erarbeitet man sich, sagt man. Aber was ist ein Privileg wirklich? Kurz gesagt: Ich habe vermutlich ganz andere Vorstellungen davon als der Rest der Welt. Ich bin Doc Fetzer. Rock-Musiker, Worship-Musiker – oder auch gar nichts von alledem.

Ein Leben im Extrembereich Wer mich gut kennt, weiß, dass mein Kampf direkt mit der Geburt begann. Gesundheitliche Probleme waren mein Startkapital. Mein Leben spielte sich immer in Extremen ab. Bis heute hatte ich immer wieder mit Lebensgefahr zu tun, bin oft in letzter Sekunde der sogenannten Schippe gesprungen. Krankheiten, Verletzungen, Grenzerfahrungen – ein wirklich komplexer Rundumschlag.

 

Meine Mama hat mir oft erzählt, dass ich schon im Kindergarten angefangen habe, mich für andere einzusetzen. Der Kindergarten war auch mein musikalischer Startschuss. Worauf ich heute noch ein bisschen stolz bin: Mein allererster Auftritt war noch vor der Schule. Und es war ein Benefiz-Auftritt in einem Kinderheim. Das hat nachhaltig etwas mit mir gemacht. Über die Jahre habe ich immer wieder in Heimen, Krankenhäusern und oft in einer Einrichtung für schwererziehbare Kinder gespielt.

Meine Droge: Löffelweise Glück Bis heute zieht es mich magisch zurück in diese Einrichtungen. Nicht mal unbedingt aus dem Drang heraus, "etwas Gutes" zu tun. Für mich ist das Seelenmedizin. Ich merke, wie die Musik die Menschen dort berührt. Und wenn ich sehe, dass meine Musik Gefühle auslöst, dann löst das auch in mir etwas aus. Das sind die Momente, in denen ich Glück spüre. Es fühlt sich an, als würde ich löffelweise Glück schlucken.

Ich gebe es zu: Nach diesem "löffelweise Glück schlucken" bin ich süchtig. Am liebsten würde ich das jeden Tag machen. Und ich empfinde es tatsächlich als ein Privileg – ein echtes Vorrecht –, dass ich in einigen Einrichtungen immer wieder gefragt werde, ob ich wiederkomme.

Hater, Rückschläge und die Wahrheit Auf dieses Vorrecht bin ich stolz und trage es gerne in die Öffentlichkeit. Doch genau dafür wurde ich um 2015 herum öffentlich angeprangert. Auf Facebook musste ich damals mit Entsetzen lesen: > "Doc Fetzer – früher hat er mal für Geld gespielt und heute muss er im Altersheim spielen, weil ihn sonst keiner hören will!"

Das hat mich wahnsinnig geärgert. Der Verfasser trieb es immer weiter. Und dann kam das Jahr 2017 – und schlagartig war es vorbei mit meinen Auftritten. Manche dachten damals vielleicht hämisch: "Siehst du, jetzt will ihn nicht mal mehr das Altersheim hören."

Nein. Die Gründe hießen namentlich: Aortenaneurysma. Lebensgefahr. Not-OP. Spinalkanalstenose. Ja, das hat mich nachhaltig geschädigt. Aber einen Doc Fetzer hält so was nicht dauerhaft auf. Es war ein langer, zäher Kampf mit vielen Komplikationen und körperlichen Defiziten. Aber eines habe ich beschlossen: Eines lasse ich mir NIEMALS nehmen – die Musik!

Mein Fazit Und so mache ich nach wie vor am liebsten das, was meine geheime Droge ist: Benefiz-Auftritte. Da, wo es Menschen zugutekommt – in Heimen, Kliniken. Oder einfach mal irgendwo im Park, am See die Gitarre auspacken.

Und wenn sich wieder so ein Depp (sorry für das Schimpfwort) aufmacht, mich dafür runterzumachen, dann möchte ich demjenigen bereits jetzt eine Frage stellen: Was machst DU eigentlich für irgendjemand anderen?

 

 

 

 

FALLS DU DAS HIER GELESEN HAST UND AUCH MAL DABEI SEIN WILLST BEI EINER MEINER AKTIONEN - NIMM UNBEDINGT MIT MIR KONTAKT AUF! NUTZE DAS KONTAKTFORMULAR - ODER SCHREIBE MIR ÜBER EINEN MEINER SOCIAL MEDIA KANÄLE!

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.