Die Barpoeten & Doc Fetzer: Lets have a Lemmy

Jetzt überall erhältlich: Lets have a Lemmy.

Hier nun auch ein paar Infos zu dem Lied, wie und warum es über RockLexicon veröffentlicht wurde.

 

Der Song wurde von Christian Armster (zusammen mit Daniel Marc Craydon Edmunds, Leon Pascal Müller und Stephan Wiegand) geschrieben und produziert. Im Hauptberuf ist Christian Gastronom und betreibt in Obergünzburg das Lokal "Zum Lamm". In der Freizeit betreibt Christian mit seinen Kumpels und Kumpelinen die Band "Die Barpoeten". Gerockt und gezockt wird im Kuhstall. Total idyllisch gelegen, mitten im Nirgendwo. Über dem Kuhstall quasi der Tenne eines Hofes hat die Band ihr Domizil gefunden. Mit von der Partie ist ebenfalls Harry, der Drummer betreibt in Obergünzburg ebenfalls ein Lokal - das "Filou".
Das Internet reißt Grenzen ein, so kam es, dass "Die Barpoeten" natürlich auch auf Facebook vertreten sind, und auf diesem Wege kam der Kontakt zwischen Christian & Doc Fetzer zu Stande.
Die Liebe zur handgemachten Musik führte zu Gesprächen, zu Treffen und schließlich zur Idee den Song von Christian aufzunehmen.
Christian hatte den Traum den Song beim ESC zu melden und wollte deswegen eine schnelle Produktion. Früher wäre sowas unmöglich gewesen, heute geht sowas schon. Ein Zeitfenster von 5 Tagen gab es zur Verfügung.
Ort des Geschehens: Home Studio Doc Fetzer.
Tag 1: Christian kommt und erstellt mit Doc zusammen die Guide-Tracks. Das war relativ einfach. Da es komplett überarbeitet werden musste. Also zunächst einen Grundbeat finden, die Struktur des Songs festlegen, und dann den Song auf eine komplett einfache Art und Weise einspielen. Bedeutet: eine einfache Spur mit Computer-Drums, eine Spur mit einer Gitarre und last but not least eine Spur mit Gesang.
Das war also die Grundlage. Wegen des Zeitdruckes wurde Matthew Brett mit ins Boot geholt. Es wurde eine Wochenend-Produktion gestartet, die arbeitsintensiv für Doc und Matt war. Matt der Engländer, der in der Türkei lebt, hat natürlich auch vom heimischen PC aus mitgemischt. Der Flow ist dann so: Doc nimmt was auf, schickt es dem Matt, der hört es sich an, baut Parts ein, schreibt dann Doc "Spiel das mal so, benutze da mal ...."
Irgendwann ist dann ein Song instrumental fertig. Bei anderen Produktionen haben sich Doc und Matt Wochen Zeit genommen für diesen Prozess. diesmal gab es 48 Stunden. Freitag und Samstag.
Samstagnacht hatte Matt für einen Instrumental Mix. Hier geht es dann andersherum. Matt macht etwas, schickt es Doc und dann kommt irgendwann ein Ergebnis raus...
Sonntag früh 10 Uhr: der Instrumental-Mix steht. Da es ja aber immer noch ein Song von Christian ist, muss er auch sagen, ob das Lied so in Ordnung ist, oder ob man nochmal was ändern muss.
Christian ist begeistert, also ready für den nächsten Schritt: Gesangsaufnahmen!
Auch hier wieder Zeitdruck. Denn es gibt ein Zeitfenster von ein paar Stunden genauer gesagt 4 Stunden - für die Vocal-Tracks.
Erschwerend kommt dazu, dass Christian noch nie unter Studio-Bedingungen gesungen hat. Was ist denn da so schwer daran? Ein sehr großes Problem ist die Dynamik. Man muss sehr konstant singen, damit die Pegel gleichbleiben. Denn das ist etwas, was die Endproduktion nicht verzeiht, wenn einzelne Wörter geflüstert sind, und dann wieder geschrien, das funktioniert nicht wirklich. Richtig schwer daran wird, dass man ein und den gleichen Song, mit ein und derselben Dynamik mindestens 5-mal einsingen muss. Und dann kommt noch ein Gegner hinzu: der Click! Ein kleines gemeines Klopfsignal, das genau den Takt vorgibt. Im ersten Moment denkst Du vielleicht - pahh kein Problem. Doch die Realität ist, dass es riesige Probleme sind. Und wenn Du sowas noch nie gemacht hast, dann erst recht.
Normalerweise geht man halt in mehreren Etappen an sowas ran. Mit Zeitdruck ist es nicht toll, aber was solls - wenn die Vorgaben so sind, dann muss man sagen Augen zu und durch.
Irgendwann war also Zeit abgelaufen. Es gab nun 5 Spuren mit Vocals von Christian. Daraus musste nun ein Endergebnis entstehen.
Also hat Doc noch schnell ein paar Backing-Vocals eingesungen - die braucht es auch noch für einen Song. Und dann ging die anstrengende Kleinarbeit los. Gesang ist die größte Problemzone beim Aufnehmen. Alles andere kann man heutzutage ohne Mikrofonierung aufnehmen. Aber Gesang funktioniert nur mit Mikrofonen. Und da spielt so vieles eine Rolle. Die Mikrofone selbst spielen eine große Rolle, ebenso wie die Raumakustik. Für beides kann man zigtausende von Euros ausgeben, und immer noch unzufrieden sein. Als kleines Home Studio weiß man das natürlich auch, und ist sich dessen bewusst, dass man immer viel Arbeit mit den Gesangstracks haben wird.
Schritt 1: Alle Spuren auf ein Level bringen. Ein Flüstern hat eine kleine Kurve, Ein Schrei hat eine Kurve, die am Anschlag ist. Beides ist Mist! Man muss also hand anlegen und alles auf ein mittleres Niveau bringen.
Schritt 2: Störgeräusche eliminieren. Mikrofone sind fies - die nehmen alles mit auf. Und das muss dann wieder irgendwie weg. Also die Computer-Schere auspacken und rausschneiden was nicht gebraucht wird.
Schritt 3: Panorama - du hast vielleicht schon gegrübelt warum (mindestens) 5 Gesangsspuren? Das verrate ich Dir gerne. Jetzt soll der Gesang ja noch richtig fett werden. Man nimmt nun die Gesangsspuren und verteilt diese im Panorama. Also in der Mitte, links und rechts. Und dann kommen noch Spielereien wie der Haas-Effekt dazu. Also Änderungen von Laufzeit. Kurz gesagt man ändert die Zeiten nicht alle der 5 Spuren laufen gleich, sondern alle mit Millisekunden Unterschiede. Aber nicht nur das, sondern auch die Tonhöhe wird im Cent Bereich verändert. Würde man die Spuren noch gleichlaut lassen würde sich das komisch anhören - man passt die Lautstärke der Gesangsspuren so an, dass eine fette Gesangsspur entsteht.
Das macht man eben mit dem Hauptgesang wie dann auch mit den Backing-Vocals so.

Jetzt kommt der Mix des Songs. Der Instrumental-Mix steht ja schon. Nun kommt der Gesang on Top.
Hört sich doch einfach an, oder? Nein - nun wird es haarig. Denn nun geht es allen Frequenzen und Pegeln an den Kragen. Ist man als Otto-Normalverbraucher gerne der Meinung Lauter ist besser, so wird man hier von vornherein bestraft. Es soll jetzt nicht zu theoretisch werden. Es geht um LUFS, Limiter & Co. Kurz gesagt - es soll im Endeffekt letztlich alles zu hören sein. Und es soll der Werbepausen-Effekt vermieden werden. Hä - was?
Kennst Du sicherlich, du schaust gerade deinen Lieblingsfilm auf RTL2 bist gerade auch so schön eingeschlafen vorm Fernseher - dann springst du vom Sofa - weil die Werbung angefangen hat, und die ist so gnadenlos Laut im Verhältnis zum Film, dass Du innerhalb von Sekunden eine Allergie auf Mentos entwickelt hast, die dich gerade so unschön aus deinem Fernsehschlaf gerissen haben.

Und nun passieren magische Dinge. Natürlich ändern die notwendigen chirurgischen Eingriffe an Höhen, Tiefen und Gesamtlautstärke den gesamten Sound deines Songs. Im Fall der Home-Studio-Produktionen bei Doc Fetzer, wird das immer zu 98% verursacht von den Gesangstracks - denn die sind hier immer der Endgegner. Heißt - wenn der Gesang zur Musik passend gemacht wird, kommt die Rache für "schlechte" Gesangsaufnahmen. Schlecht im Sinn von Dynamik, also grob gesagt von Laut und leise.

Aber zurück zur Produktion von "Lets have a Lemmy" - wir sind ja schon mitten in den Mastern. Doc Fetzer hat längst das Mastern abgegeben an Matthew. Der Grund ist Docs Schwerhörigkeit. "Mir fehlen da einfach ganz viele Frequenzen - die kann ich mit keinem Hilfsmittel ausgleichen. Wenn ich einen Song so mixe und mastere dass ich es cool finde, laufen alle anderen davon!"
Matthew ist erfahrener Produzent und hat Songs schon so oft angepasst, damit sie den Standardanforderungen entsprechen.

Also Tag X: In unserem Fall war es so, dass der Christian längst im Urlaub war, und nun den fertigen Song zur Abnahme via Internet geschickt bekam. Abnahme heißt - er muss entscheiden, ob der Song so passt oder nicht. Christian gefällt das fertige Produkt. Arbeit erledigt? Nein! Aber die 5 Tage sind doch schon abgelaufen? Ja trotzdem noch einiges zu tun:

Nun kommen verwaltungstechnische Sachen. Ein Cover für den Song muss her. Also setzt sich Doc Fetzer nochmal hin und bastelt ein Bild zusammen. Auch hier gibt es Vorgaben. Bei Farben gibt es Formate und Auflösungen usw. die eingehalten werden müssen, sonst geht ein Coverbild nicht durch - für Spotify & Co. Auch hier gibt es hin und her und es wird abgestimmt. Ist das Bild richtig? Die Schriftzüge - sind die richtig platziert? Schriftarten, Farben usw.
Steht das Coverbild geht es an die Veröffentlichungen.

Zuallererst: Verlag. Es soll ja gesichert sein, dass niemand mal um die Ecke kommt und sagt, es sei sein Werk. Rock Lexicon gibt alles an Sentric Music. Dort wird der Text, die Chords, die Aufnahme und das Coverbild hinterlegt. Schutz perfekt.
Dann geht es weiter zu einem Distributor. In diesem Fall wurde FEIYR gewählt. Was macht ein Distributor? Er hat als Job, dass der Song auf allen Portalen erscheint. Also Spotify, YouTube, Amazon und wie die auch alle heißen. Der Song soll ja grundsätzlich auf der ganzen Welt erscheinen - bloß, wird das an die Stores in der ganzen Welt verschickt. Ein Job der auch nochmal Nerven kostet. Denn bloß, weil etwas in Deutschland für gut empfunden wird, ist das noch lange nicht auch gut für Afrika. Viele kleine Entscheidungen müssen immer wieder getroffen werden. Nicht selten wirklich lächerliche Kleinigkeiten. Zum Beispiel ein Punkt "." der in der deutschen Version da ist, aber nicht in der Englischen.
Jetzt also schnell hinsetzen - und kurz entscheiden lösche ich im deutschen den "." oder mache ich den bei dem englischen dazu. Oder sage ich, dass das ganze Ding halt nur in Deutschland erhältlich sein soll.

Irgendwann ist es dann schließlich geschafft, der Song ist komplett fertig hochgeladen und als Release angelegt. Aber - er ist noch nicht erhältlich. Warum? Nun - es dauert, bis alle Stores den Song in das Programm genommen haben. Das dauert nochmal 4-6 Wochen. Wenn der Song dann überall erhältlich ist, bekommt man vom Distributor die befreiende Nachricht: Dein Song ist jetzt überall erhältlich!

"Lets have a Lemmy" ist seit 20.10. in allen Stores auf der ganzen Welt erhältlich! Während sich Doc Fetzer und Matthew nun etwas entspannter zurücklehnen können, geht für Christian und die Barpoeten die Arbeit erst richtig los. Denn veröffentlicht heißt nicht, dass die Welt davon weiß, dass es den Song gibt. Und ebenfalls hat man noch niemanden dazu bewegt den Song anzuhören.

Wir vom Rock Lexicon wünschen dem Christian und den Barpoeten viel Erfolg bei der Verbreitung des Songs. Um noch mehr möglich zu machen, bekommen die Barpoeten heute die sogenannte Label copy für Promotion und auch das Social Media Promo-Tool.